Hochwasserschutz Mittersill - Update

Veröffentlichungsdatum13.08.2022Lesedauer4 Minuten
Im Juli 2021 schützten die Retentionsräume den Stadtkern vor einer Überflutung.

Im Juli 2021 schützten die Retentionsräume den Stadtkern vor einer Überflutung.

Die Auswirkungen der Hochwasserkatastrophe vom vergangenen Sommer sind im gesamten Oberpinzgau nach wie vor präsent. In Mittersill wird seit Monaten an der Abarbeitung der Folgewirkungen dieses Ereignisses gearbeitet. So konnte das Hochwasserschutz-System im Ort optimiert werden und die Abrechnung der Entschädigungen rund um die betroffenen Grundflächen im Retentionsraum wurde umgesetzt. Im August fanden dazu weitere Gespräche mit den betroffenen Grundeigentümern statt, um die bis heuer spürbaren Ernteentgänge entschädigen zu können.

Die Abarbeitung der Schwachstellen rund um die Mittersiller Schutzanlagen begann bereits im Juli des Vorjahres: penibel wurden die Problemstellen dokumentiert und anschließend die Planungsarbeiten aufgenommen. Nach wasserrechtlicher Bewilligung der erforderlichen Maßnahmen im Februar 2022 konnte mit der Umsetzung begonnen werden. Wesentlich waren die Verbesserungen im Gewerbegebiet-West. Hier kam es im Zuge der Hochwasserkatastrophe zu den größten Schäden.

Mittlerweile wurde dieses Verbesserungsprogramm im Gewerbegebiet-West fast vollständig abgearbeitet. So wurde die nördliche Hochwasserschutzmauer erhöht und zusätzlich mit mobilen Elementen versehen. Auch der östliche Umschließungsdamm wurde verdichtet, teilweise erhöht und ebenfalls mit mobilen Elementen verstärkt. Als vorerst letzte Maßnahme wurde ein zusätzlicher Dammbalkenverschluss im Bereich der Querung Bundesstraße/Umschließungsdamm erreichtet. Damit soll verhindert werden, dass der Rückstau der Wassermassen entlang der Bundesstraße das Gewerbegebiet überschwemmt. Abgeschlossen werden konnte auch die Verstärkung des Salzachdammes ab der Rettenbachbrücke Richtung Westen. Im Stadtzentrum erfolgte eine Erhöhung der Uferbegleitdämme.

Die Finanzierung all dieser Sanierungsmaßnahmen erfolgte im Wesentlichen über den Titel einer „Sofortmaßnahme“ aus Mitteln der Bundeswasserbauverwaltung und nach den Bestimmungen des Wasserbautenförderungsgesetzes. Die administrative „Finanzierungsabwicklung“ erfolgt über den Wasserverband Salzach Oberpinzgau. Für die Maßnahmen in Mittersill sind in Summe knapp EUR 500.000,00 vorgesehen. 

In diesem Zusammenhang darf allen beteiligten Personen, Dienststellen, Betrieben und der Feuerwehr Mittersill für die gute Zusammenarbeit bei der Umsetzung der raschen Sanierungsmaßnahmen gedankt werden. Zudem darf ein großer Dank den betroffenen Grundeigentümern im Retentionsraum für die Zurverfügungstellung der landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgesprochen werden. Es zeigt sich auch hier, dass nur durch einen gemeinsamen Kraftakt diese Katastrophe bewältigt werden konnte.

Verbauungsmaßnahmen in den Tauerntälern 

Wie bereits mehrfach medial berichtet, ist geplant, den Hochwasserschutz für den Oberpinzgau zu erweitern. Dazu sollen Retentionsbecken in den Tauerntälern errichtet werden, die einen Überlastfall der Rückhaltebecken im Talboden verhindern sollen. Dazu kann berichtet werden, dass weiterhin intensive Gespräche mit den jeweiligen Grundeigentümern hinsichtlich der genauen Situierung dieser Retentionsanlagen geführt werden. Die Gespräche laufen auf allen Seiten konstruktiv und sind vom Willen geprägt, Lösungen zu finden. Es konnten auch bereits naturschutzfachliche Begehungen stattfinden und Flächen definiert werden, wo Eingriffe grundsätzlich möglich sind. Auch wenn der Teufel bekanntlich im Detail steckt und auch noch viele Fragen offen sind kann festgehalten werden, dass mittlerweile umfassende Vorarbeiten für dieses Projekt der Schutzanlagen in den Tauerntälern getätigt wurden und die Projektentwicklung auf einem guten Weg ist. 

Bürgerinformation/Zivilschutz 

Im Hochwasser-Ereignisfall ist die Stadtgemeinde Mittersill gerüstet. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie das Team des Stadtbauhofs und der Gemeindeverwaltung arbeitet auf Basis der Einsatzpläne die Maßnahmen zum Schutz des Ortes ab. Wichtig ist dabei zu erwähnen, dass ein erhöhter Salzachpegel mittlerweile durchaus “normal” ist und kein Hochwasserereignis und schon gar keine Katastrophe darstellt. Über unsere gemeindeeigenen Medienportale wird die Bevölkerung laufend über einen etwaigen Feuerwehreinsatz informiert – also wenn zB die Salzachbrücke angehoben werden muss oder die Salzach ab einem Pegel von ca. 5,00m automatisch in die Retentionsflächen des Hauptbeckens zu fließen beginnt.  Es wird darauf hingewiesen, dass überprüfte und faktenbasierte Informationen im Zusammenhang mit dem örtlichen Hochwassereinsatz ausschließlich

veröffentlicht werden. Für Informationen aus erster Hand ist daher die Verwendung der gemeindeeigenen Smartphone-App „Gem2Go“ sowie der App des Landes Salzburg dringend zu empfehlen. Wir appellieren eindringlich, falsche Meldungen nicht weiter zu verbreiten und sich wirklich nur auf die geprüften und echten Auskünfte der dafür zuständigen Behörden und Dienststellen zu verlassen. 

Eine ausführliche Berichterstattung zu diesem Thema finden Sie zudem in de aktuellen Ausgabe der Mittersiller Nachrichten (08/2022) sowie demnächst in der Sommerausgabe der Mittersiller Gemeindeinformation. [av/hr]